# Eine Nummer für den Notfall, eine Stelle fürs Alltägliche: Sicherheit und Beratungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern (2026)

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**Category:** Mecklenburg-Vorpommern\
**Tags:** beratungsstellen, prostschg, mecklenburg-vorpomme, sicherheit, sexarbeit\
**Created:** [21. August 2026 um 08:43 UTC](https://forum.6love.ch/t/eine-nummer-fuer-den-notfall-eine-stelle-fuers-alltaegliche-sicherheit-und-beratungsstellen-in-mecklenburg-vorpommern-2026/2896 "2026-08-21T08:43:48Z")\
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**Post date:** [21. August 2026 um 08:43 UTC](https://forum.6love.ch/t/eine-nummer-fuer-den-notfall-eine-stelle-fuers-alltaegliche-sicherheit-und-beratungsstellen-in-mecklenburg-vorpommern-2026/2896/1 "2026-08-21T08:43:48Z")

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# Eine Nummer für den Notfall, eine Stelle fürs Alltägliche: Sicherheit und Beratungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern (2026)

Wer in Mecklenburg-Vorpommern in der Sexarbeit tätig ist, hat es mit einem Flächenland zu tun: viel Küste, wenige große Städte, weite Wege zwischen den Landkreisen. Genau das prägt auch die Beratungslandschaft. Es gibt hier nicht in jeder Kreisstadt eine Anlaufstelle, sondern ein überschaubares Netz aus wenigen spezialisierten Stellen, einer zentralen Landesbehörde und bundesweiten Hilfsangeboten, die den Rest auffangen. Dieser Text sortiert, wer in MV wobei hilft – von der Gesundheitsberatung über die persönliche Krise bis zum Verdacht auf Ausbeutung. Und er ist ehrlich darüber, wo das Netz dünn ist.

Denn eine Beratungsstelle ist kein Luxus. Sie ist oft der einzige Ort, an dem jemand mit Fachwissen zuhört, ohne zu urteilen – und der einzige, der im Zweifel weiß, welche Behörde zuständig ist, welche Frist läuft und wo diskrete medizinische Hilfe zu bekommen ist. Wer diese Adressen kennt, bevor er sie braucht, ist im entscheidenden Moment schneller.

## SeLA in Rostock: die einzige Fachberatungsstelle im Land

Die zentrale Adresse für Menschen in der Sexarbeit in MV heißt **SeLA** – kurz für „Selbstbestimmt Leben und Arbeiten". Getragen wird sie vom Verein _Frauen helfen Frauen e.V._ in Rostock, und sie ist ausdrücklich die einzige Fachberatungsstelle ihrer Art im gesamten Bundesland. Seit 2014 arbeiten dort zwei Sozialarbeiterinnen daran, Sexarbeit aus der Tabuzone zu holen und die Arbeits- und Lebensbedingungen der Beratenen zu verbessern.

Das Angebot ist bewusst niedrigschwellig: **anonym, freiwillig und kostenlos**. Beraten wird zu rechtlichen, gewerblichen, gesundheitlichen und persönlichen Fragen – also genau der Mischung, die im Alltag selten sauber getrennt auftritt. Ein zentraler Baustein ist die **aufsuchende Arbeit** : Das Team besucht Modell- und Terminwohnungen in verschiedenen Rostocker Stadtteilen ein- bis zweimal pro Woche, verteilt Visitenkarten in acht Sprachen sowie Präventionsmaterial und kommt so auch mit denen ins Gespräch, die von sich aus nie in ein Beratungsbüro kämen.

Dazu kommen Angebote, die den Alltag konkret erleichtern:

- eine **gynäkologische Sprechstunde** , die SeLA gemeinsam mit engagierten Frauenärztinnen und dem Gesundheitsamt organisiert, damit medizinische Untersuchungen niedrigschwellig und ohne Hürden stattfinden;
- ein Kurs **„Leben und Arbeiten in der Bundesrepublik Deutschland"** , in dem dienstags gemeinsam mit einer Sprachlehrerin die Grundlagen für Alltag und Arbeit vermittelt werden – wichtig für die vielen Beratenen, die kein Deutsch als Muttersprache haben;
- ein oft unterschätzter Service: SeLA stellt die **eigene Büroadresse als Postanschrift** zur Verfügung. Viele Sexarbeitende haben keinen festen Wohnsitz, müssen aber für die Anmeldung und den Schriftverkehr mit der Landesbehörde erreichbar sein. Die geliehene Adresse löst dieses Problem ganz praktisch.

Wer SeLA kontaktieren möchte, erreicht die Beratungsstelle in Rostock telefonisch unter **0381 87398737** oder mobil unter **0172 7508015** sowie per E-Mail an **[SeLA@fhf-rostock.de](mailto:SeLA@fhf-rostock.de)**. Am zuverlässigsten ist von Montag bis Freitag der Griff zum Mobiltelefon.

## LAGuS und Pro\*SABI: die staatliche Beratung mit Aktenzeichen

Neben der freien Fachberatung steht die gesetzlich vorgeschriebene Seite. Nach dem Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) müssen sich Sexarbeitende anmelden und vorab eine **verpflichtende Gesundheitsberatung** wahrnehmen. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Besonderheit, dass **beide Aufgaben – Anmeldung und Gesundheitsberatung – zentral beim Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS)** liegen, im Fachbereich mit dem sperrigen Namen **Pro\*SABI** („Anmeldung und Beratung für Sexarbeiter\*innen"). In den meisten anderen Bundesländern sind dafür Kommunen zuständig; MV bündelt es beim Land.

Die Gesundheitsberatung ist kostenlos und ausdrücklich **keine Untersuchung** : Es geht um Informationen zu Hygiene, Gesundheit und Schutzmöglichkeiten, nicht um eine Kontrolle. Sie ist Voraussetzung für die anschließende Anmeldung. Praktisch lässt sich beides in einem einzigen Termin erledigen – wie der genaue Ablauf aussieht, welche Unterlagen mitzubringen sind und welche Fristen gelten, haben wir im Detail beschrieben in unserem Beitrag dazu, wie [die Anmeldung nach ProstSchG in MV Schritt für Schritt abläuft](https://forum.6love.ch/t/ein-termin-ein-ort-die-anmeldung-nach-prostschg-in-mecklenburg-vorpommern-ablauf-unterlagen-fristen-2026/2812).

Termine bei Pro\*SABI laufen über **[proSABI@lagus.mv-regierung.de](mailto:proSABI@lagus.mv-regierung.de)** sowie telefonisch unter **0385 588-59355** oder **0171 1762120**. Beratung und Anmeldung finden schwerpunktmäßig in **Rostock** statt, es gibt aber auch Termine in **Schwerin** und **Neubrandenburg** – ein Zugeständnis an die Größe des Landes. Weil sich Adressen und Sprechzeiten ändern können, lohnt sich vor der Anreise ein kurzer Anruf, um den aktuellen Ort und mögliche Sprachmittlung zu klären.

Wichtig zur Einordnung: Das LAGuS ist für die **Personen** zuständig. Für die **Erlaubnis eines Prostitutionsgewerbes** – also den Betrieb einer Prostitutionsstätte nach den §§ 12 ff. ProstSchG – sind dagegen die Landrätinnen und Landräte der Landkreise beziehungsweise die Oberbürgermeister der kreisfreien Städte verantwortlich. Wer also selbst nur anmeldet, hat es mit dem Land zu tun; wer Räume betreibt, mit dem Kreis. Wo Sexarbeit überhaupt erlaubt ist, hängt zusätzlich von der Gemeindegröße ab – warum in MV [nicht der Stadtplan, sondern die Einwohnerzahl über die erlaubten Orte entscheidet](https://forum.6love.ch/t/die-15-000-einwohner-linie-warum-in-mecklenburg-vorpommern-nicht-der-stadtplan-sondern-die-gemeindegroesse-ueber-erlaubte-orte-fuer-sexarbeit-entscheidet-2026/2829), ist eine Eigenheit, die man vor der Standortwahl kennen sollte.

## Wenn es um Ausbeutung geht: KOBI und das Hilfenetz

Beratung zu Alltag und Anmeldung ist das eine. Die andere, schwerere Kategorie beginnt dort, wo jemand nicht freiwillig arbeitet, unter Druck steht oder Gewalt erlebt. Dafür gibt es in MV spezialisierte Stellen, die man nicht mit einer allgemeinen Beratungsstelle verwechseln sollte.

**KOBI** ist die Fachberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung und von Zwangsverheiratung. Sie berät landesweit, unabhängig vom Aufenthaltsstatus und auf Wunsch anonym. Das Angebot reicht von psychosozialer Beratung über Hilfe bei der Suche nach sicherer Unterkunft und die Klärung von Sicherheitsfragen bis zu Unterstützung beim Zugang zu Sozialleistungen, medizinischer Vermittlung und rechtlicher Begleitung. Erreichbar ist KOBI montags bis freitags telefonisch unter **0175 8384185** oder **0175 6000698** sowie per E-Mail an **[info@fachberatung-kobi.de](mailto:info@fachberatung-kobi.de)**; die Beratung erfolgt auf Deutsch, Englisch und nach Absprache in weiteren Sprachen.

Über der einzelnen Stelle liegt in MV ein koordiniertes **Hilfenetz gegen häusliche und sexualisierte Gewalt** , dessen Fäden bei der Landeskoordinierungsstelle **CORA** zusammenlaufen. Dazu gehören unter anderem neun Frauenhäuser, mehrere Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt und Stalking sowie Fachberatungsstellen für Betroffene sexualisierter Gewalt. Für Sexarbeitende ist das relevant, weil Gewalt und Ausbeutung selten an der Berufsgrenze haltmachen – und weil diese Stellen im Ernstfall auch dann helfen, wenn die Tat nichts mit der Arbeit zu tun hat.

## Das Sicherheitsnetz, das immer erreichbar ist

Spezialstellen haben Sprechzeiten. Gefahr hat keine. Deshalb gehört in jedes Adressbuch das bundesweite **Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen"** unter **116 016** (bzw. 08000 116016). Es ist rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr erreichbar, **kostenlos, anonym und in 18 Fremdsprachen**. Neben der telefonischen Erstberatung gibt es Chat- und E-Mail-Beratung über die Website. Der große Vorteil: Man muss nicht wissen, welche örtliche Stelle zuständig ist – das Hilfetelefon vermittelt bei Bedarf weiter. Für den akuten Notfall bleibt daneben immer die **110** der Polizei.

Gute Sicherheit hört aber nicht bei Notrufnummern auf, sie beginnt bei der eigenen Routine. Ein paar Grundsätze, die Beratungsstellen immer wieder betonen:

- **Erreichbarkeit organisieren.** Eine feste Postadresse – notfalls über eine Stelle wie SeLA – und ein Handy, das im Zweifel jemand orten oder anrufen kann, sind mehr wert als jede Abschreckung.
- **Eine Vertrauensperson einweihen.** Wer weiß, wo man ist und wann man sich wieder meldet, kann im Ernstfall handeln. Ein simpler Ablauf mit fester Rückmeldezeit ersetzt viel Bauchgefühl.
- **Dokumente sichern.** Anmeldebescheinigung, Ausweis und wichtige Kontakte gehören an einen Ort, den man selbst kontrolliert – nicht in fremde Hände.
- **Beratung früh nutzen, nicht erst in der Krise.** Der erste Kontakt zu SeLA oder Pro\*SABI ist entspannter, wenn er nicht mit einem Problem zusammenfällt.

## Ein Netz, das an einem Faden hängt

So funktional dieses Netz auf dem Papier wirkt, so fragil ist es in der Finanzierung – und das gehört zur ehrlichen Bestandsaufnahme dazu. SeLA, die einzige Fachberatungsstelle des Landes, wird derzeit **allein von der Stadt Rostock getragen**. Land und Bund beteiligen sich nicht an den laufenden Kosten, obwohl die Stelle Ratsuchende aus ganz MV und darüber hinaus versorgt. 2025 wurden rund **115.100 Euro** für die zwei Teilzeitstellen und Sachkosten aufgebracht; für 2026/2027 war zwar eine leichte Erhöhung geplant, die aber die gestiegenen Kosten voraussichtlich nicht deckt.

Dass eine einzige Kommune die landesweite Beratung schultert, während andere Kreise ihre Sexarbeitenden faktisch mitversorgen lassen, ist regelmäßig Anlass für Kritik – zu Recht. Für die Praxis heißt das zweierlei: Erstens ist das vorhandene Angebot kostbar und sollte genutzt werden, solange es besteht. Zweitens sind die bundesweiten Auffangnetze – Hilfetelefon, KOBI, das CORA-Hilfenetz – kein Ersatz für die wohnortnahe Fachberatung, aber eine wichtige Absicherung dort, wo die Fläche des Landes die lokale Struktur überfordert.

## Wer hilft wobei – der schnelle Überblick

Zum Mitnehmen, sortiert nach Anliegen:

- **Gesundheitsberatung und Anmeldung (Pflicht nach ProstSchG):** LAGuS / Pro\*SABI, Termine in Rostock, Schwerin, Neubrandenburg – [proSABI@lagus.mv-regierung.de](mailto:proSABI@lagus.mv-regierung.de).
- **Alltag, Recht, Gewerbe, medizinische Sprechstunde, aufsuchende Hilfe:** SeLA, Rostock – anonym, kostenlos, mehrsprachig.
- **Verdacht auf Menschenhandel, Zwang, Ausbeutung:** KOBI, landesweit – 0175 8384185.
- **Häusliche oder sexualisierte Gewalt, rund um die Uhr:** Hilfetelefon 116 016; im akuten Notfall 110.
- **Erlaubnis für eine Prostitutionsstätte:** Landkreis bzw. kreisfreie Stadt (Landrat/Oberbürgermeister).

Wer zusätzlich die finanzielle Seite ordnen will – Anmeldung ist eine Sache, aber Einkommensteuer und Sozialversicherung eine andere –, findet die Zuständigkeiten und Fallstricke in unserem Beitrag dazu, warum in MV [ein Amt in Rostock beim Thema Steuern und Sozialversicherung oft zuerst Bescheid weiß](https://forum.6love.ch/t/ein-amt-in-rostock-weiss-es-zuerst-steuern-und-sozialversicherung-fuer-sexarbeiterinnen-in-mecklenburg-vorpommern-2026/2794).

## Fazit

Mecklenburg-Vorpommern hat kein dichtes, aber ein funktionierendes Beratungsnetz – wenn man weiß, wo man klopfen muss. SeLA fängt den Alltag auf, das LAGuS die gesetzlichen Pflichten, KOBI und das Hilfenetz die schweren Fälle, das Hilfetelefon den Notfall. Die entscheidende Vorbereitung besteht nicht darin, all das im Kopf zu haben, sondern zwei, drei dieser Kontakte griffbereit zu speichern, bevor sie gebraucht werden. Und weil das Land seine wichtigste Fachstelle bislang einer einzigen Stadt überlässt, gilt: Für Verbindliches immer die zuständige Behörde direkt kontaktieren – Adressen, Sprechzeiten und Fördermittel können sich schneller ändern, als eine Broschüre nachkommt.
