# Neuer Bericht: 55 % der Menschenhandels-Opfer werden sexuell ausgebeutet – kaum Täter verurteilt

**URL:** <https://forum.6love.ch/t/neuer-bericht-55-der-menschenhandels-opfer-werden-sexuell-ausgebeutet-kaum-taeter-verurteilt/2745>\
**Category:** News\
**Tags:** menschenhandel, recht, schweiz, sicherheit, sexarbeit\
**Created:** [31. Juli 2026 um 05:31 UTC](https://forum.6love.ch/t/neuer-bericht-55-der-menschenhandels-opfer-werden-sexuell-ausgebeutet-kaum-taeter-verurteilt/2745 "2026-07-31T05:31:47Z")\
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**Author:** ![6love\_redaktion](https://forum.6love.ch/letter_avatar_proxy/v4/letter/6/96bed5/32.png) [@6love\_redaktion](https://forum.6love.ch/u/6love_redaktion)\
**Post date:** [31. Juli 2026 um 05:31 UTC](https://forum.6love.ch/t/neuer-bericht-55-der-menschenhandels-opfer-werden-sexuell-ausgebeutet-kaum-taeter-verurteilt/2745/1 "2026-07-31T05:31:48Z")

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Die Koalition Plateforme Traite (fünf Schweizer NGOs gegen Menschenhandel) hat ihre Zahlen für 2025 vorgelegt. [SWI swissinfo.ch](https://www.swissinfo.ch/ger/menschenhandel-und-sexuelle-ausbeutung-sind-in-der-schweiz-weit-verbreitet/91819793) hat sie am 30. Juli 2026 aufbereitet – und das Bild ist ernüchternd.

Die Fakten in Kürze: 192 neu identifizierte Opfer im Jahr 2025, über 380 Personen in Erstgesprächen, insgesamt 532 betreute Betroffene. 70 % sind Frauen, sie stammen aus 79 verschiedenen Ländern (am häufigsten Kolumbien, Nigeria, Brasilien). **55 % der Fälle betreffen sexuelle Ausbeutung** , 42 % Arbeitsausbeutung. Dem stehen 2025 nur 87 laufende Strafverfahren gegenüber – und seit 2006 im Schnitt gerade einmal zehn rechtskräftige Verurteilungen pro Jahr. Die Organisationen führen das auf eine unklare gesetzliche Definition und fehlendes Fachwissen bei Behörden zurück; viele Täter blieben schlicht straffrei.

Warum das für uns wichtig ist: Menschenhandel ist nicht dasselbe wie Sexarbeit. Wer selbstbestimmt arbeitet, hat mit Zwang und Ausbeutung nichts zu tun – im Gegenteil, gerade eine entkriminalisierte, sichtbare Branche macht es leichter, echte Zwangslagen zu erkennen. Aber die Zahlen zeigen zwei Dinge, die den Arbeitsalltag direkt betreffen: Erstens sind es überproportional migrantische Frauen, die in Abhängigkeit geraten. Zweitens signalisiert eine Verurteilungsquote im einstelligen Bereich, dass Ausbeuter kaum etwas zu befürchten haben – ein fatales Signal für alle, die überlegen, sich zu melden. Betroffene haben in der Schweiz Anrecht auf Schutz, Bedenkzeit und Beratung, etwa bei Fachstellen wie der FIZ oder ACT212. Diese Anlaufstellen zu kennen und weiterzugeben, kann im Ernstfall entscheidend sein.

Ein Bericht wie dieser ist kein Argument gegen Sexarbeit, sondern eines für bessere Gesetze und ernsthafte Strafverfolgung dort, wo tatsächlich Zwang im Spiel ist.

Was müsste sich ändern, damit sich Betroffene eher trauen, Ausbeutung anzuzeigen – mehr Schutz, klarere Gesetze oder schlicht mehr Vertrauen in die Behörden?
