# Zwischen 117 und 142: Sicherheit und Beratungsstellen im Kanton Glarus – die Anlaufstellen im Überblick (2026)

**URL:** <https://forum.6love.ch/t/zwischen-117-und-142-sicherheit-und-beratungsstellen-im-kanton-glarus-die-anlaufstellen-im-ueberblick-2026/3006>\
**Category:** Glarus\
**Tags:** glarus, opferhilfe, sexarbeit-schweiz, beratungsstellen, sicherheit\
**Created:** [10. September 2026 um 08:06 UTC](https://forum.6love.ch/t/zwischen-117-und-142-sicherheit-und-beratungsstellen-im-kanton-glarus-die-anlaufstellen-im-ueberblick-2026/3006 "2026-09-10T08:06:55Z")\
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**Author:** ![6love\_redaktion](https://forum.6love.ch/letter_avatar_proxy/v4/letter/6/96bed5/32.png) [@6love\_redaktion](https://forum.6love.ch/u/6love_redaktion)\
**Post date:** [10. September 2026 um 08:06 UTC](https://forum.6love.ch/t/zwischen-117-und-142-sicherheit-und-beratungsstellen-im-kanton-glarus-die-anlaufstellen-im-ueberblick-2026/3006/1 "2026-09-10T08:06:55Z")

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Wer im Glarnerland arbeitet, kennt die Frage: An wen wende ich mich, wenn etwas schiefgeht? Nicht im dramatischen Sinn – sondern ganz praktisch. Ein Kunde, der nicht gehen will. Ein Betreiber, der plötzlich andere Regeln aufstellt. Ein Test, den man lieber anonym machen möchte. Eine Wohnsituation, die kippt. Für all das gibt es im Kanton Glarus Stellen. Nur heisst keine davon «Fachstelle Sexarbeit», und die meisten stehen nicht dort, wo man sie zuerst suchen würde.

Dieser Text sortiert das Feld: Welche Nummern rund um die Uhr besetzt sind, welche Rechte hinter der kantonalen Opferberatung stehen, wo die spezialisierte Beratung tatsächlich sitzt – und wo im Angebot eine Lücke klafft, über die man besser vorher Bescheid weiss als nachher.

## Ein Kanton ohne eigene Fachstelle – und was das im Alltag bedeutet

Glarus gehört zu den Kantonen, die [kein eigenes Sexgewerbe-Gesetz kennen](https://forum.6love.ch/t/der-kanton-ohne-sexgewerbe-gesetz-sexarbeit-im-kanton-glarus-bewilligung-meldepflicht-und-zustaendigkeiten-2026/2848). Was für die Regulierung gilt, gilt auch für die Unterstützungsseite: Es existiert im Kanton keine Beratungsstelle, deren Auftrag ausschliesslich Sexarbeitende umfasst. Kein Treffpunkt, keine aufsuchende Sozialarbeit mit kantonalem Leistungsauftrag, kein Testangebot speziell fürs Gewerbe.

Daraus folgt nicht, dass es nichts gibt. Es folgt, dass sich das Netz aus zwei Ebenen zusammensetzt:

1. **Allgemeine kantonale Stellen** , die für alle Einwohnerinnen und Einwohner offenstehen und dabei nicht nach dem Beruf fragen: Opferberatung, Soziale Dienste, Koordinationsstelle Häusliche Gewalt, Kantonspolizei.
2. **Spezialisierte Angebote ausserhalb der Kantonsgrenze** , vor allem in St. Gallen, Zürich und Winterthur – erreichbar in einer knappen Stunde, telefonisch sofort.

Das ist kein Glarner Sonderfall. Kleine Kantone teilen sich Spezialangebote regelmässig mit den Nachbarn; in der Zentralschweiz [läuft die Beratung für Uri über Luzern](https://forum.6love.ch/t/wer-in-uri-arbeitet-wird-in-luzern-beraten-sexarbeit-im-kanton-uri-zwischen-bundespflicht-gemeindeschalter-und-der-zentralschweizer-anlaufstelle-2026/2868), in der Ostschweiz zeigt Glarus dasselbe Muster. Wer das weiss, spart im Ernstfall die halbe Recherche.

## Die Nummern, die immer besetzt sind

Bevor es um Zuständigkeiten geht: Diese Nummern funktionieren rund um die Uhr, unabhängig von Wochentag, Wohnort und Aufenthaltsstatus.

- **117** – Polizei (aus dem Ausland-Handy auch **112** )
- **144** – Sanitätsnotruf
- **142** – Opferhilfe, kostenlos und vertraulich
- **143** – Dargebotene Hand, für Gespräche jenseits von Notfällen
- **147** – Beratung für Kinder und Jugendliche
- **071 250 03 45** – Frauenhaus St. Gallen, Aufnahme und Telefonberatung rund um die Uhr

Die **142** ist neu und für Glarus praktisch relevant: Seit dem 1. Mai 2026 erreicht man die Opferhilfe schweizweit über diese eine Nummer, 24 Stunden am Tag. Glarus sichert die Erreichbarkeit nicht allein, sondern in einer gemeinsamen Lösung mit Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, dem deutschsprachigen Graubünden und St. Gallen. Für Anrufende heisst das: Man landet nicht zwingend bei einer Glarner Stimme, aber immer bei jemandem mit Opferhilfe-Ausbildung – auch nachts, auch am Sonntag, auch wenn man nur einmal etwas durchdenken will, ohne einen Fall daraus zu machen.

### Was ein Anruf bei 117 seit Oktober 2025 auslösen kann

Die Glarner Landsgemeinde hat am 4. Mai 2025 eine Revision des Polizeigesetzes beschlossen, die seit dem 1. Oktober 2025 in Kraft ist. Sie erweitert die polizeilichen Schutzmassnahmen bei häuslicher Gewalt deutlich:

- Die Polizei kann die gefährdende Person für **20 Tage aus der gemeinsamen Wohnung wegweisen**.
- Zusätzlich sind **Annäherungs-, Kontakt- und Rayonverbote** möglich – Letzteres schränkt den Aufenthalt in bestimmten Strassen, auf Plätzen oder in Quartieren ein. Das Kontaktverbot erfasst ausdrücklich auch elektronische Kanäle, was Stalking über Chat und Telefon einschliesst.
- Die Kantonspolizei darf **Fachstellen informieren** – Opferberatung, Gewaltberatung, psychosoziale Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche –, damit Betroffene nicht selbst den ersten Schritt machen müssen.
- Für den lückenlosen Anschluss gilt eine **Frist von zehn Tagen** : Wer die Massnahmen über die polizeiliche Dauer hinaus verlängert haben will, muss in dieser Zeit beim Zivilgericht zivilrechtliche Massnahmen verlangen. Über diese Zuständigkeit wird die gefährdete Person informiert (Art. 16a Polizeigesetz).

Wichtig für die Einordnung: Diese Instrumente zielen auf häusliche Gewalt und Beziehungskonstellationen – also auf Partner, Ex-Partner, Mitbewohnende, teils auch auf Personen im engen Umfeld. Ein Übergriff durch einen Kunden fällt in der Regel nicht darunter; dort führt der Weg über Strafanzeige und Opferhilfe. Wer in einer Wohnung arbeitet, in der zugleich privat gelebt wird, sollte den Unterschied kennen, bevor er relevant wird.

## Opferberatung: das Angebot mit den meisten Rechten dahinter

Die **Opferberatungsstelle des Kantons Glarus** sitzt an der Bahnhofstrasse 13 in 8762 Schwanden, Telefon **055 646 67 36** , opferberatung@gl.ch. Sie ist die Stelle, die im Glarner Netz am meisten kann – und die am wenigsten bekannt ist.

Was sie leistet und unter welchen Bedingungen:

- **Kostenlos.** Die Beratung wird nicht verrechnet, unabhängig vom Einkommen.
- **Auf Wunsch anonym.** Man muss nicht mit Namen anfangen, um eine Auskunft zu bekommen.
- **Unabhängig von Nationalität und Aufenthaltsstatus.** Wer in der Schweiz Opfer einer Straftat gegen Leib, Leben oder die sexuelle Integrität wurde, hat Anspruch auf Opferhilfe – auch ohne Schweizer Pass, auch ohne dauerhaften Aufenthalt.
- **Ohne Anzeigepflicht.** Beratung gibt es auch dann, wenn man sich gegen eine Strafanzeige entscheidet oder noch unentschlossen ist. Das ist der Punkt, an dem viele zögern – und die Zurückhaltung ist unnötig.
- **Mit finanzieller Soforthilfe.** Anerkannte Beratungsstellen können in dringenden Fällen begrenzt Geld sprechen, etwa für Notunterkunft, Anwaltskosten der ersten Stunde oder medizinische Sofortmassnahmen. Dafür genügt es, glaubhaft zu machen, Opfer einer Gewaltstraftat geworden zu sein – ein Urteil braucht es nicht.
- **Mit Perspektive über den Moment hinaus.** Die Stelle unterstützt auch bei Gesuchen um Entschädigung und Genugtuung und berät Angehörige.

Wer Sicherheit und Beratungsstellen im Kanton Glarus für sich sortiert, sollte diese Nummer als Erstes speichern – nicht, weil das Schlimmste zu erwarten wäre, sondern weil sich in der Situation selbst niemand gern durch eine Verwaltungswebsite klickt.

## Die spezialisierte Beratung liegt hinter der Kantonsgrenze

### MariaMagdalena, St. Gallen

Die Fachstelle **MariaMagdalena** ist das nächstgelegene Angebot, das ausschliesslich mit Menschen im Sexgewerbe arbeitet. Adresse: Friedaustrasse 1, 9000 St. Gallen, Telefon **058 229 21 67** , info.mariamagdalena@sg.ch, Montag bis Freitag 8–12 und 13.30–17 Uhr. Trägerin ist die Aids-Hilfe St.Gallen-Appenzell (AHSGA).

Das Angebot umfasst Information und Beratung zu Gesundheits-, Arbeits- und Lebensfragen, Begleitung zu Ämtern und Terminen sowie **kostenlose und anonyme Tests auf HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen**. Getestet wird seit Juni 2024 in Zusammenarbeit mit der Infektiologie des Kantonsspitals St. Gallen. Beraten wird persönlich, telefonisch, per E-Mail, per WhatsApp oder SMS, auf Wunsch anonym – auf Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch und Kroatisch, mit Dolmetschen auf Anfrage. Termine ausserhalb der Räumlichkeiten sind möglich.

Eine Einschränkung gehört dazu: Die aufsuchende Arbeit hat ihren Leistungsauftrag im Kanton St. Gallen. Wer im Glarnerland arbeitet, fragt bei der Kontaktaufnahme am besten direkt, was für Ratsuchende von ausserhalb möglich ist. Erfahrungsgemäss ist telefonische und anonyme Beratung der unkomplizierteste Einstieg. Die AHSGA selbst ist an der Tellstrasse 4 in 9001 St. Gallen erreichbar, **071 223 68 08** , info@ahsga.ch.

### Isla Victoria, Zürich und Winterthur

**Isla Victoria** , ein Angebot von Solidara Zürich an der Schöneggstrasse 24 in 8004 Zürich, betreibt eine Anlaufstelle mit Treffpunkt, Mittagstisch und Kursen sowie aufsuchende Sozialarbeit an den Arbeitsorten. Beraten wird zu Gesundheit, Finanzen, Aufenthalt und Arbeitsrecht, ausserdem zur Prävention sexuell übertragbarer Infektionen. Die Beratung ist kostenlos, ohne Anmeldung und anonym möglich; es gibt Standorte in Zürich und Winterthur.

Der Grössenunterschied lässt sich beziffern: Die Stadt Zürich unterstützt Isla Victoria mit jährlich bis zu CHF 339’652, davon CHF 35’652 als Mieterlass. Ein vergleichbarer Posten existiert im Glarner Budget nicht. Das ist keine Kritik an der Glarner Verwaltung – bei drei Gemeinden und rund 41’000 Einwohnerinnen und Einwohnern trägt kein Kanton eine eigene Vollzeit-Fachstelle. Es erklärt aber, warum das Netz hier über Kantonsgrenzen läuft.

### FIZ und Makasi bei Ausbeutung

Wenn es um Ausbeutung, erzwungene Schulden, abgenommene Dokumente oder Menschenhandel geht, ist die **FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration** die schweizweit zuständige Adresse: Hohlstrasse 551, 8048 Zürich, **044 436 90 00** , contact@fiz-info.ch. Das Opferschutzprogramm Makasi begleitet Betroffene in der ganzen Schweiz, organisiert sichere Unterkunft und vermittelt rechtliche, medizinische und psychologische Hilfe. Der Kanton Glarus muss dafür nichts eigenes aufbauen – man ruft direkt an.

## Häusliche Gewalt und Gewaltprävention: die Koordinationsstelle

Die **Koordinationsstelle Häusliche Gewalt und Gewaltprävention** an der Zwinglistrasse 6 in 8750 Glarus ist die kantonale Stelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention. Sie versteht sich als Drehscheibe: Sie berät nicht in jedem Einzelfall selbst, sondern bündelt Information, Prävention und Vermittlung – zu Beratung und Schutz für Erwachsene, zu Angeboten für Kinder und Jugendliche, zu Notfall und Soforthilfe.

Seit dem 1. Juni 2026 hat der Kanton sein Angebot erweitert: Es gibt neu eine **Gewaltberatung für erwachsene Personen mit Wohnsitz im Kanton Glarus** , die Gewalt ausgeübt haben oder befürchten, in belastenden Situationen gewalttätig zu werden. Auch das gehört zu einem funktionierenden Schutznetz – nicht als Ersatz für Konsequenzen, sondern als zweiter Hebel neben dem Polizeigesetz.

## Frauenhaus: Platz gibt es, aber in St. Gallen

Einen eigenen Schutzplatz hinter verschlossener Tür betreibt Glarus nicht. Stattdessen hat der Kanton zwei Leistungsvereinbarungen mit dem **Frauenhaus St. Gallen** abgeschlossen – für Schutzplätze und für eine zentrale Opferhilfe-Hotline; die Finanzierung für Frauen aus dem Kanton Glarus gilt seit dem 1. Januar 2025.

Das Frauenhaus nimmt Frauen und ihre Kinder auf, die von körperlicher, psychischer oder sexualisierter Gewalt betroffen sind – unabhängig von Herkunft, Religion, Aufenthaltsstatus und Alter. Telefonberatung und Aufnahme laufen rund um die Uhr über **071 250 03 45**. Für Betroffene aus dem Glarnerland bedeutet die Vereinbarung konkret, dass die Kostenfrage geklärt ist, bevor sie sich überhaupt stellt.

## Gesundheit, Geld, Sprache: die unspektakulären Stellen

Nicht jede Belastung ist ein Notfall. Für den grösseren Teil des Alltags sind es die gewöhnlichen Stellen, die tragen:

- **Soziale Dienste Glarus** mit drei Stützpunkten: Nord in Näfels (Bahnhofstrasse 24, 055 646 69 70), Mitte in Glarus (Winkelstrasse 22, 055 646 67 10), Süd in Schwanden (Bahnhofstrasse 13, 055 646 69 80). Zuständig für Sozialberatung und finanzielle Unterstützung in verschiedenen Lebenslagen – auch bei Fragen, die mit dem Beruf nichts zu tun haben, etwa Wohnen, Schulden oder Familie.
- **BTS Glarus** als kantonales Kompetenzzentrum für Fragen rund um Psyche, Beziehungs- und Lebenskrisen sowie Sucht.
- **Dolmetschdienst verdi** , getragen von der ARGE Integration Ostschweiz und mitfinanziert unter anderem vom Kanton Glarus: qualifizierte interkulturelle Dolmetschende in rund 70 Sprachen für Gesundheits-, Sozial- und Beratungssettings. Wer eine Beratung wahrnimmt und der Sprache nicht sicher ist, kann danach fragen – die Stelle organisiert das, nicht die ratsuchende Person.
- **Tests und sexuelle Gesundheit** : Neben MariaMagdalena bietet die STI-Sprechstunde des Kantonsspitals St. Gallen anonyme Tests an. Wer lieber wohnortnah bleibt, geht zur Hausärztin – die Abrechnung läuft dann über die Krankenkasse und ist nicht anonym.

### Die Lücke, über die man vorher Bescheid wissen sollte

Eine Erhebung des Thinktanks Reatch zur Versorgung von Betroffenen sexualisierter Gewalt ordnet Glarus – zusammen mit Obwalden – bei jenen Kantonen ein, die bei spezialisierten Angeboten am wenigsten aufgebaut haben; kritisch ist vor allem die **rechtsmedizinische Spurensicherung**. Zum Vergleich: Graubünden betreibt am Kantonsspital in Chur eine Sprechstunde für Forensic Nursing, die Gewaltbetroffenen unabhängig von einer Anzeige eine dokumentierte Untersuchung ermöglicht.

Praktisch heisst das für Glarus: Nach einem Übergriff sofort **117** oder **144** wählen und die Opferberatung fragen, wohin für eine Untersuchung – nicht selbst herumtelefonieren. Spuren bleiben nur begrenzte Zeit sichern-bar; duschen, Kleider waschen oder Wegwerfen vernichtet Beweismittel, auch wenn eine Anzeige zu diesem Zeitpunkt noch offen ist. Die Untersuchung kann man machen lassen und die Entscheidung über die Anzeige später treffen.

## Was der Kanton über die Lage sagt – und was er nicht sagt

Im November 2025 reichte die SP-Fraktion die Interpellation «Realitätscheck Prostitution im Glarnerland» ein und fragte unter anderem nach Zahlen zu Betrieben und Personen, nach Hinweisen auf Menschenhandel, nach Polizeieinsätzen und nach Unterstützungsangeboten. Der Regierungsrat antwortete am 3. Februar 2026: Das Risiko von Menschenhandel im Zusammenhang mit Prostitution werde im Kanton als gering eingeschätzt; bestehende Gesetze, regelmässige Kontrollen, Sensibilisierung und die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Justiz und Fachstellen wirkten präventiv.

Belastbare Betriebs- oder Personenzahlen wurden dabei nicht publiziert – was folgerichtig ist, wenn es keine Registrierungspflicht gibt, aber die Debatte auf Einschätzungen statt auf Daten stellt. Was aus der Antwort herauszulesen ist und was nicht, ist [an anderer Stelle im Detail aufgeschlüsselt](https://forum.6love.ch/t/realitaetscheck-glarnerland-was-die-regierungsantwort-von-2026-ueber-bewilligung-meldepflicht-und-zustaendigkeiten-der-sexarbeit-im-kanton-glarus-verraet/2863). Wer für sich selbst Klarheit über Zuständigkeiten braucht, kommt um das [eigenhändige Zusammensuchen bei den einzelnen Ämtern](https://forum.6love.ch/t/kein-amt-heisst-prostitutionsbehoerde-wie-du-bewilligung-meldepflicht-und-zustaendigkeiten-fuer-sexarbeit-im-kanton-glarus-2026-selbst-zusammensuchst/2878) nicht herum.

### Das politische Klima gehört zur Beratungsfrage

Im Mai 2024 lud die Frauenzentrale Glarus zu einem Infoanlass ins Anna-Göldi-Museum in Ennenda, mit Referentinnen, die für das sogenannte nordische Modell – Entkriminalisierung der Anbietenden bei gleichzeitigem Sexkaufverbot – argumentierten und den Begriff «Sexarbeit» ausdrücklich ablehnten. Man muss diese Position nicht teilen, um ihre praktische Konsequenz zu sehen: Beratungsangebote unterscheiden sich in ihrer Grundhaltung. Manche arbeiten akzeptierend und begleiten die Arbeit, wie sie ist. Andere haben den Ausstieg als Ziel im Leitbild.

Beides ist legitim, aber nicht beliebig austauschbar. Wer beim Erstkontakt kurz fragt, wie die Stelle arbeitet und was sie anbietet, spart sich ein Gespräch, das in eine Richtung geht, die man gar nicht wollte. Seriöse Stellen beantworten diese Frage ohne Umschweife.

## Sicherheit, die du selbst organisierst

Das belastbarste Sicherheitsnetz ist meistens das eigene. Was sich im Glarnerland – mit langen Wegen, wenig Publikum und schneller Sichtbarkeit im Dorf – besonders lohnt:

- **Check-in-Person.** Jemand weiss, wo du bist und wann du dich meldest. Ein fixer Zeitpunkt schlägt jede vage Abmachung.
- **Screening vor dem Termin.** Verifizierte Kontaktdaten, keine Termine ohne Rückrufnummer, Absagen ohne Diskussion.
- **Arbeitsort klären, bevor er zum Problem wird.** Wo Arbeit im Glarnerland zonenrechtlich überhaupt zulässig ist und was eine Umnutzung auslöst, ist [in den drei Gemeinden unterschiedlich geregelt](https://forum.6love.ch/t/kein-sperrbezirk-aber-eine-karte-wo-sexarbeit-im-kanton-glarus-2026-zulaessig-ist-zonen-und-kommunale-regeln/2973). Eine Kündigung oder eine Beschwerde aus der Nachbarschaft ist kein Sicherheitsproblem im engen Sinn – trifft aber genauso hart.
- **Papiere und Kasse in Ordnung.** Wer bei der Ausgleichskasse angemeldet ist und die Steuerfrage geregelt hat, verliert bei einer Kontrolle keine Verhandlungsposition. Wie [AHV, Steuern und Selbständigkeit im Kanton Glarus](https://forum.6love.ch/t/die-kasse-fragt-nach-dem-einkommen-nicht-nach-der-dienstleistung-ahv-steuern-und-selbstaendigkeit-fuer-sexarbeitende-im-kanton-glarus-2026/2929) zusammenspielen, ist separat aufgeschrieben.
- **Notfallzettel.** Die Nummern aus diesem Artikel offline auf dem Telefon, nicht nur im Browserverlauf.
- **Sprache nicht als Hindernis akzeptieren.** Dolmetschen ist im Ostschweizer Verbund organisiert und kostet die ratsuchende Person in der Regel nichts.

## Kurzverzeichnis zum Abspeichern

| Anliegen | Stelle | Kontakt |
| --- | --- | --- |
| Akute Gefahr | Kantonspolizei | 117 / 112 |
| Medizinischer Notfall | Sanität | 144 |
| Opferhilfe, rund um die Uhr | Nationale Nummer | 142 |
| Opferberatung Kanton Glarus | Bahnhofstrasse 13, Schwanden | 055 646 67 36 |
| Schutzunterkunft | Frauenhaus St. Gallen | 071 250 03 45 |
| Häusliche Gewalt, Prävention | Koordinationsstelle, Zwinglistrasse 6, Glarus | via gl.ch |
| Beratung im Sexgewerbe, Tests | MariaMagdalena, St. Gallen | 058 229 21 67 |
| Anlaufstelle, aufsuchende Arbeit | Isla Victoria, Zürich/Winterthur | Solidara Zürich |
| Ausbeutung, Menschenhandel | FIZ / Makasi, Zürich | 044 436 90 00 |
| Sozialberatung | Soziale Dienste Nord / Mitte / Süd | 055 646 69 70 / 67 10 / 69 80 |
| Psyche, Sucht | BTS Glarus | via gl.ch |

## Fazit: das Netz ist da, es ist nur nicht beschriftet

Wer Sicherheit und Beratungsstellen im Kanton Glarus zusammenstellt, findet kein einziges Angebot mit dem Wort «Sexarbeit» im Namen – und trotzdem ein Netz, das im Ernstfall trägt: eine Opferberatung mit echten Rechten dahinter, eine seit Oktober 2025 handlungsfähigere Polizei, eine Koordinationsstelle mit klarem Auftrag, einen finanzierten Schutzplatz in St. Gallen und spezialisierte Fachstellen in Fahrdistanz. Die grösste Schwachstelle ist nicht die Haltung der Behörden, sondern die Sichtbarkeit: Was man erst im Moment der Krise sucht, findet man selten schnell genug.

Deshalb der einzige Rat, der diesen Artikel überdauert: Speichere zwei, drei dieser Nummern jetzt ein, solange sie nur Zeichen auf einem Bildschirm sind. Und für alles Verbindliche – Fristen, Ansprüche, Zuständigkeiten im Einzelfall – gilt wie immer: Auskunft gibt die zuständige Stelle selbst, nicht ein Text im Netz.
