Neue britische Content-Verbote ab 6. November — was das für Produzierende und Plattformen bedeutet

In England und Wales treten am 6. November 2026 neue Strafnormen für pornografische Inhalte in Kraft. 20 Minuten hat am 18. Oktober 2026 zusammengefasst, was künftig unter Strafe fällt.

Betroffen sind drei Kategorien: explizite Darstellungen von Strangulation oder Erstickung; penetrative Handlungen zwischen Personen, die als Verwandte dargestellt werden (inklusive Stief- und Pflegekonstellationen mit unter 18-Jährigen); sowie Handlungen mit Personen, die unter 16 Jahre alt sind oder als solche dargestellt werden. Der Strafrahmen unterscheidet zwischen Besitz — zwei Jahre bei den ersten beiden Kategorien, drei Jahre bei der dritten — und Veröffentlichung, wo bis zu fünf Jahre Haft möglich sind. Grundlage ist eine unabhängige Überprüfung aus dem Jahr 2025, die solche Inhalte auf grossen Plattformen als weit verbreitet beschrieb und ein Risiko der Normalisierung schädlichen Verhaltens sah. Zuständig ist das britische Justizministerium mit Ministerin Alex Davies-Jones.

Was heisst das für die Branche hier? Formal gilt die Regelung nur in England und Wales — praktisch reicht sie weiter. «Choking» und Stieffamilien-Szenarien gehören zu den meistproduzierten Nischen auf Clip- und Abo-Plattformen. Anbieter mit britischem Publikum werden solche Kategorien eher global aus Katalogen, Tags und Suchfiltern nehmen oder das UK sperren, weil eine Prüfung pro Land und Clip teuer ist. Für Creator in der Schweiz und im übrigen DACH-Raum kann das bedeuten: bestehende Clips verschwinden aus Shops, Tag- und Titelwahl wird heikel, und ein Absatzmarkt fällt weg — auch weil auf Kundenseite schon der Besitz strafbar wird.

Dazu kommt die knappe Vorlaufzeit. Der auf Erwachsenenunterhaltung spezialisierte Anwalt Corey Silverstein kritisiert laut dem Bericht, drei Wochen genügten kaum, um Rechtsberatung einzuholen und Kataloge zu überarbeiten. Wer eigene Inhalte verkauft, tut deshalb gut daran, den Katalog jetzt gegen die drei Kategorien zu prüfen und AGB-Mails der Plattformen in den nächsten Wochen aufmerksam zu lesen. Löschungen ohne Vorwarnung sind das wahrscheinlichste Szenario.

Quelle: 20 Minuten, 18. Oktober 2026

Hat jemand von euch schon Nachrichten von Plattformen zu geänderten Content-Regeln erhalten?