Am Donnerstag, 24. September 2026, haben Behörden in fünf Städten des Verbunds Rhein-Wupper (Langenfeld, Leverkusen, Remscheid, Solingen, Wuppertal) gemeinsam kontrolliert. Im Fokus standen zwölf Nagelstudios, sechzehn Massagestudios und vier Prostitutionsstätten. Im Einsatz waren rund 150 Mitarbeitende von Ordnungs- und Ausländerbehörden, Zoll, Finanzämtern, dem Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität und der Polizei. Berichtet haben darüber Radio Leverkusen und die Bergischen Blaulichtnews.
Die Behörden nennen als Ergebnis: Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen nicht angemeldeter Prostitution, Verstösse gegen die Preisangabenverordnung und die Ausweismitführpflicht, Hygienemängel in mehreren Betrieben, fehlende Stundenaufzeichnungen bei zwei Arbeitgebern sowie sichergestellte Bargeldbestände. Eine Prostitutionsstätte ohne Erlaubnis wurde versiegelt. 22 Personen wurden ohne legalen Aufenthaltsstatus angetroffen. In einem Fall prüft die Polizei einen Verdacht auf Menschenhandel. Ziel sei es, so die Koordinierungsstelle, «die oftmals prekären Bedingungen in diesen Branchen aufdecken und Beschäftigte schützen».
Was das für die Branche heisst
Solche Verbundkontrollen bündeln sehr unterschiedliche Interessen in einem einzigen Einsatz: Ausbeutung und Menschenhandel aufdecken – und gleichzeitig Aufenthalts-, Steuer- und Ordnungsrecht durchsetzen. Für Sexarbeitende ist das Ergebnis deshalb doppelgesichtig. Wer angemeldet und in einem erlaubten Betrieb arbeitet, riskiert im Normalfall wenig. Wer ohne Anmeldebescheinigung arbeitet oder in einem Betrieb ohne Erlaubnis, trägt die Folgen – bis zum Verlust der Arbeitsgrundlage von einem Tag auf den anderen, wenn Räume versiegelt werden. Genau diese Mischung erklärt, warum Kontrollen von vielen Betroffenen als Bedrohung und nicht als Schutz erlebt werden und warum Hinweise auf Ausbeutung oft gar nie bei einer Behörde ankommen.
Praktisch: In Deutschland lohnt es sich, den Erlaubnisstatus des Betriebs nach ProstSchG zu kennen, Anmeldebescheinigung und Ausweis dabeizuhaben und die Preisangaben korrekt auszuhängen. In der Schweiz läuft die Regulierung anders (kantonale Bewilligungen, Meldeverfahren), die Logik gemischter Kontrollteams kennen wir hier aber ebenfalls.
Wie erlebt ihr Kontrollen – als Schutz oder eher als Risiko für die eigene Arbeitsgrundlage?