Wien: Grossclub nimmt erstmals männliche Sexworker unter Vertrag

Ein grosser Erotikclub in Wien-Liesing hat nach eigenen Angaben erstmals männliche Sexworker engagiert, die weibliche Gäste bedienen. Darüber berichtet die österreichische Tageszeitung «Heute» am 15. Oktober 2026. Auf den öffentlichen Aufruf hin seien rund 200 Bewerbungen aus ganz Europa eingegangen; genommen wurden drei Männer. Einer startet laut Bericht am kommenden Samstag, die beiden anderen stecken noch im administrativen Ablauf. Der Betrieb will das Angebot bewusst klein halten und zuerst beobachten, wie sich die Nachfrage entwickelt. Als Gründe für die Auswahl nennt die Geschäftsführung Hygiene, Auftreten, Persönlichkeit und respektvollen Umgang mit Kundinnen. Arbeitszeiten, Services, Preise und die Wahl der Kundschaft bestimmen die Männer laut Bericht selbst; die gesetzlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen inklusive regelmässiger Untersuchungen gelten wie für alle anderen im Haus.

Was das für die Branche heisst: Männliche Sexarbeit gibt es längst, sie läuft aber fast ausschliesslich über eigene Onlineprofile, Escort und Hausbesuche. Clubstrukturen sind praktisch nirgends darauf ausgelegt – deshalb ist der Schritt bemerkenswerter als die Schlagzeile vermuten lässt. Rechtlich ändert sich dadurch nichts: Die österreichische Untersuchungspflicht (Kontrolluntersuchungen im Sechs- bzw. Zwölfwochenrhythmus) und die Registrierung – in Wien bei der Polizei – knüpfen an die Tätigkeit an, nicht an das Geschlecht. In der Schweiz regeln die Kantone Melde- und Bewilligungspflichten, ebenfalls geschlechtsneutral.

Realitätscheck: 200 Bewerbungen auf drei Plätze sagen etwas über das Angebot, nichts über die Zahlungsbereitschaft. Ob weibliche Kundschaft in einem Club tatsächlich ein tragfähiges Einkommen ergibt, ist offen – und «selbst bestimmen» endet dort, wo Hausregeln, Schichten und Abgaben beginnen. Für Kollegen, die darüber nachdenken, gelten die gleichen Fragen wie für alle: Was bleibt netto, wie ist die Sicherheit geregelt, wer sieht die Daten, wie läuft die Abrechnung?

Quelle: «Heute» vom 15. Oktober 2026.

Wie oft kommen bei euch Anfragen von Frauen oder Paaren – und würde sich ein eigenes Angebot dafür lohnen?