Die Kreispolizeibehörde Borken in Nordrhein-Westfalen hat am 11. September 2026 eine Warnung veröffentlicht: Auf einschlägigen Inserate-Portalen häufen sich gefälschte Anzeigen für sexuelle Dienstleistungen. Die Polizei beschreibt das ausdrücklich als überregionales Phänomen, nicht als lokalen Einzelfall.
Der Ablauf ist simpel. Über ein Inserat kommt der Kontakt zustande, weiterverhandelt wird dann meist über Telegram. Vor dem Termin verlangt die angeblich anbietende Person eine Vorauszahlung, um die Buchung „verbindlich zu sichern“. Bezahlt wird nicht per Bank, sondern über Transcash-, Guthaben- oder Geschenkkarten, teils auch in Kryptowährung – also über Wege, die sich kaum zurückverfolgen lassen. Nach der Zahlung kommt kein Treffen zustande. In einem Teil der Fälle geht es danach weiter: Es werden Nachzahlungen gefordert oder Fotos verlangt, die anschliessend als Druckmittel für weitere Geldforderungen dienen.
Für die Branche ist daran vor allem eines relevant: Die Profile zeigen laut Polizei nicht die Personen, die tatsächlich dahinterstecken. Das Bildmaterial stammt also von irgendwoher – erfahrungsgemäss oft von real arbeitenden Escorts und Salons, deren Fotos ohne ihr Wissen weiterverwendet werden. Der Schaden landet damit doppelt bei den Falschen: Betrogene Kundschaft verbindet ein konkretes Gesicht mit einer Abzocke, und seriöse Anbietende geraten unter Generalverdacht. Gleichzeitig wird eine an sich übliche Praxis vergiftet – Anzahlungen für Reisekosten oder längere Buchungen sind im Escortbereich nicht per se ein Betrugsmerkmal. Verdächtig ist die Kombination: unbekannter Kontakt, Zeitdruck und ein Zahlungsweg ohne Rückholmöglichkeit.
Die Polizei rät, Chatverläufe, Nutzernamen und Zahlungsbelege zu sichern, die Bank sofort zu informieren und Anzeige zu erstatten. Und sie betont, dass Scham kein Grund sein sollte, darauf zu verzichten. Genau darauf setzt die Täterschaft nämlich: dass niemand wegen eines gebuchten Sextermins zur Polizei geht.
Quelle: Meldung der Polizei Borken vom 11. September 2026.
Wie schützt ihr eure eigenen Bilder davor, in fremden Fake-Inseraten aufzutauchen – und was tut ihr, wenn ihr euch selbst in einer fremden Anzeige wiederfindet?